Unseres Kohlenmeiler
Startseite Startseite
Köhlerfreunde Ebermannsdorf Mitglied im Europäischen Köhlerverband e.V.
?
Ebermannsdorfer Köhlerfreunde beim diesjährigen Europäischen Köhlertreffen im Sauerland.
www.köhler-ebermannsdorf.de
101019
Klicken Sie auf die Bilder um sie zu vergrößern
Klicken Sie auf die Bilder um sie zu vergrößern
Alle zwei Jahre findet in einem anderen europäischen Land das Treffen der Europäischen Köhler statt. Diesmal in Hardehausen bei Paderborn. Zu diesem Treffen sind fast 400 Köhler und Köhlerfreunde aus acht europäischen Ländern angereist, darunter auch 22 Ebermannsdorfer mit ihrem Vorstand und Bürgermeister Josef Gilch. Europäische Köhlertreffen finden seit 1996 im Zweijahresrhythmus statt und sind die Höhepunkte im Leben des Europäischen Köhlerverbandes. Europäische Begegnung, Erfahrungsaustausch der Köhler, regionales Kulturprogramm, Vertiefung der geschichtlichen und handwerklichen Grundlagen, Fest und Feier bilden wichtige Bestandteile der Treffen. Das 12. Europäische Köhlertreffen begann mit einem bunten Eröffnungsabend im großen Festzelt in Hardehausen. Als besondere Gäste konnte der Präsident Karl Josef Tielke den Schirmherrn, Erzbischof Hans-Josef Becker, den Präsidenten der Vereinigung Europäischer Bergmanns- und Hüttenvereine, Kurt Wardenga, und den Heiligen Köhler Alexander Carbonarius – natürlich als fast lebensgroße Holzfigur, begrüßen. Ebenfalls mit donnerndem Applaus wurden alle teilnehmenden Gruppen einzeln begrüßt und bei Sauerländer Brotzeit und dunklem Bier wurde bis in die Nacht hinein gefachsimpelt und geratscht. Am darauffolgenden Tag wechselte der Austragungsort nach Giershagen. Dort fand vormittags die ordentliche Mitgliederversammlung des Verbandes statt und die Freude war groß als bekannt gegeben wurde, dass jetzt auch Köhler aus Slowenien und aus Südfrankreich dabei sind. Bei allen Köhlern stand und steht neben dem Erhalten einer alten Handwerkstradition der europäische Gedanke im Vordergrund. Der Präsident des Verbandes wurde mit tosendem Applaus bedacht, als er betonte, dass Europa von unten zusammen wachsen müsse und die Köhler einen Betrag dazu leisten. Der Nachmittag stand ganz im Zeichen des alten Bergbaus im östlichen Sauerland. Erkundungen in Bergwerken, auf Bergbaupfaden und mehr riefen den frühen montanen Verbund von Bergbau, Köhlerei und Hüttenwesen lebendig in Erinnerung. Unter den fachkundigen Augen von rund 400 Köhlerfreunden aus acht europäischen Ländern und den vielen Besuchern aus dem weiten Umkreis zündeten die Köhler gegen Abend den Meiler feierlich an. Assistiert wurden sie von der neuen europäischen Köhlerliesel Denise Nolte. Die 26-jährige löste ihre Vorgängerin Amelie Leflaec aus dem Elsass ab. Schon während der Feierstunde im Festzelt übergab der Köhlerpräsident der neuen Köhlerliesel die Schärpe und führte sie so in ihr neues Amt ein. Für zwei Jahre wird sie an allen Köhleraktivitäten des europäischen Köhlerverbandes teilnehmen. Mit ihr auf dem Meiler standen die Schirmherren der Meilerwoche. Die Europaabgeordnete Birgit Sippel und in Vertretung von Erzbischof Hans-Josef Becker, Weihbischof Manfred Grothe aus Paderborn. Mit den beiden Schirmherren sollte dem Europagedanke hinter dem Köhlertreffen Rechnung getragen werden. Am Abend zog unter Begleitung von Fackelträger die Bergmannskapelle auf das Festgelände und man war überaus begeistert von den Klängen der Bergmannsserenade. Beim Steigerlied sangen die Ebermannsdorfer natürlich begeistert mit, bevor es musikalisch quer durch die Länder Europas ging. Der dritte Tag führte die Teilnehmer zunächst nach Paderborn, wo ein Empfang des Erzbistums und der Stadt Paderborn stattfand und die Köhler vom Erzbischof zu Spaghetti Carbonara also Nudeln nach Art des Köhlers eingeladen wurden. Danach nahmen die Köhler an der Weihe einer mit handgemachter Holzkohle gegossenen Glocke für die über tausend Jahre alte Bartholomäuskapelle teil. Dabei hatte auch der Köhlerchor aus Lembach im Elsaß Kirchenlieder auf elsässisch gesungen und die Teilnehmer begeistert. Anschließend standen Stadt-, Dom- und Museumsführungen auf dem Programm. Die Ebermannsdorfer besichtigten die Kaiserpfalz in der Heinrich II residierte. Damit war der Kreis mit Ebermannsdorf wieder geschlossen, da die Ebermannsdorfer ihr tausendjähriges Bestehen auf eine Schenkung gerade dieses Kaisers gründen. Am Abend fanden sich wieder alle im Festzelt in Hardehausen zum Abschiedsabend mit buntem Programm und historischer Musik ein. Bürgermeister Gilch überreichte dem Präsidenten Karl Josef Tielke und seiner Frau Teresa als Anerkennung und Dank für deren viele Arbeit bei der Organisation des Treffens einen Bildband des Landkreises Amberg-Sulzbach. Und er merkte an, dass auch Ebermannsdorf und der Naturpark Hirschwald gerne als Austragungsort eines der nächsten Köhlertreffen zur Verfügung stehen würden. Nach dem Frühstück am Sonntag reisten die Teilnehmer zurück in ihre Heimatregionen. Die Ebermannsdorfer machten noch eine längere Brotzeit- und Weinverkostungspause bei einem Hofschoppenweinfest in Escherndorf am Main. Und es ist sicher, dass die Ebermannsdorfer beim nächsten Treffen im Harz wieder dabei sind. Der Europäische Köhlerverband wurde 1997 in Hasselfelde in Sachsen-Anhalt gegründet. Aus den 18 Gründungsmitgliedern sind inzwischen gut 3.000 Mitglieder in zwölf europäischen Ländern geworden. 40 Vereine und Gruppen, fast 100 Einzelmitglieder, vier Kommunen und einige Förderer tragen das rege Köhlerleben quer durch Europa. Präsident des Verbandes ist seit 2013 Karl Josef Tielke aus Borchen. 2014 wurden „Köhlerhandwerk und Teerschwelerei" in das erste bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes in Deutschland aufgenommen. Mit dieser bedeutenden Anerkennung hat sich der Europäische Köhlerverband verpflichtet, sich für den Erhalt und die lebendige Überlieferung dieses Handwerkes einzusetzen, das zu den ältesten Kulturtechniken der Menschheit zählt. Mit der Wahl des Ortes Hardehausen als Austragungsort des Köhlertreffens war auch das Anliegen verbunden, die kulturelle historische Leistung der Zisterzienser für die Region unter anderem mit ihrer Köhlerei und Erzverarbeitung in Erinnerung zu rufen und zu würdigen. Die „Köhlerfreunde der Zisterzienser von Hardehausen“ verfolgen dieses Anliegen seit ihrer Gründung im Jahr 2012, indem sie von Zeit zu Zeit Kohlenmeiler in traditioneller Bauweise auf dem Gelände des Jugendhauses Hardehausen errichten und verkohlen.